29.3.2014: Kienbaum, großes Team mit starken Leistungen

Grit Seidel
Dirk Kiwus

Die 34. Auflage des Langstreckenfestivals in Kienbaum war ein „Doppeldecker“ an einem Tag. Hatte doch jedes Teammitglied die schwierige Aufgabe sich zu entscheiden: Laufe ich die Deutsche Meisterschaft im 50-km-Lauf oder lieber die einheimische Variante Berlin-Brandenburgische Meisterschaft über 100km.

 

Nun – aus Vereinssicht ist es gelungen, beide Läufe gut abzudecken.

Das Salz in der Suppe des Athleten sind Medaillen, und davon konnte das Team reichlich „abräumen“: Bei den Deutschen Meisterschaften über 50 km insgesamt drei Mannschaftsmedaillen und fünf Medaillen in den Altersklassenwertungen. Bei der BBM 100km einmal Mannschaftsgold sowie beide Einzeltitel und fünf Altersklassenmedaillen.  Ich denke, mehr sollte man von einem insgesamt „nur“ 25 Sportler starken Team nicht erwarten. Neben den 16 Startern waren übrigens drei weitere an der „Außenlinie“ für das Team tätig.

 

Die Ergebnisse:

 

100km; Berlin-Brandenburgische             Meisterschaften

1. Dirk Kiwus            7:30:06h        Gesamt: Platz 4

2. Michael Vanicek    7:52:43h        Gesamt  Platz 7

4. Jan Prochaska       9:35:51 h       Gesamt Platz 17

 

1. Grit Seidel              9:32:06h        Gesamt Platz 1

5. Heike Pawzik         11:42:12 h     Gesamt Platz 7

 

Dirk, Michael, Grit und Heike wurden in ihren jeweiligen Altersklassen ebenfalls Landesmeister. Jan hat in seiner Altersklasse den 3.Platz erkämpft. Die Männermannschaft wurde Mannschaftsmeister Berlin-Brandenburg.

 

Leider werden im offiziellen Meisterschaftsprotokoll nur 13 Sportler erscheinen. Insgesamt standen aber 32 Läuferinnen und Läufer aus der Region an der Startlinie. Da aber eine Meldung wie bei Meisterschaften üblich über den Verband mit Startpass erfolgen muss kommt es hier zu einer erheblichen Differenz. Das ist schade und ich denke, der Verband sollte überlegen ob genug getan wurde die Vereine vom Meisterschaftsangebot offensiv zu unterrichten. Immerhin war diese längste Laufstrecke für 15 Jahre frei von Meisterehren. Am Wettbewerb über 100km nahmen insgesamt 58 Sportfreunde teil. Der Gesamtsieger bei den Männern heißt Florian Böhme, mit seiner Zeit von 7:20:08h führt er zugleich die Deutsche Jahresbestenliste an.

 

Die Deutsche Meisterschaft der DUV über 50 km war mit 101 gemeldeten Teilnehmern sehr gut besucht.  Etwa zehn Prozent der Starter stellte das LG Nord Ultrateam. Der  geschlossene Auftritt spiegelt sich in den Ergebnissen wieder: In beiden Mannschaftswertungen gelang es unseren Läufern den Vizemeistertitel zu erringen. Bei den Frauen mussten dazu alle drei gemeldeten Läuferinnen auch das Ziel erreichen, was Annett Bahlcke, Heike Bergmann und Silke Stutzke auch gelang. Die Männer hatten für die erste Mannschaft mehr Optionen, wenngleich mit Jens Rossa der nominell beste Läufer den geschwollenen Fuß zu Hause hoch lagern musste. Aber die verbliebenen sechs Teilnehmer konnten das kompensieren. In der Besetzung Michael Brandt, Achim Dierkopf und Jörg Stutzke gelang es auch hier den Silberrang zu erlaufen.

 

Die Ergebnisse im Einzelnen: 

Frauen

Annett Bahlcke         4:22:45h  (7. Gesamt; 2. AK w 45)

Heike Bergmann       4:29:50h (11. Gesamt; 2. AK w 50)

Silke Stutzke              4:50:41h (17. Gesamt; 6. AK w 45)

 

Männer

Michael Brandt         4:00:55h (17. Gesamt; 3. AK m 55)

Jörg Stutzke               4:04:48h (20. Gesamt; 6. AK m 45)

Achim Dierkopf        4:10:11h (27. Gesamt 2. AK m 65)

Sascha Pantel                        4:24:56h (37. Gesamt; 3. AK m 40)

Bernd Friedrich        4:51:05h (46. Gesamt; 5. AK m 60)

Stefan Bicher            6:05:05h (63. Gesamt; 8. MHK)

 

Als Zugabe durften die „älteren Herren“ (Michael Brandt, Achim Dierkopf und Bernd Friedrich) über den dritten Rang in der Teamwertung Senioren 50+ jubeln.

 

Die Gesamtsiege dieser Meisterschaften waren für unsere Läufer unerreichbar. Zwei Debütanten beherrschten die Konkurrenz.  Bei den Männern setzte sich mit Niels Bubel ein Berliner durch. Seine Marathonbestzeit steht bei 2:26h, die allerdings seinerseits nur Durchgangsstation sein sollen.... Das er damit auf eine 3:04:12h als Siegerleistung kommen kann war den Kennern im Vorfeld klar. Er ist damit in der ewigen deutschen Bestenliste auf Rang 13 gelistet.

 

Die Frauenkonkurrenz stand ganz im Zeichen von Nele Alder-Behrens, die nicht nur die Vorjahressiegerin im direkten Duelle entthronte sondern zugleich mit 3:35:50h  eine Zeit erlief die zu Platz 9 der ewigen deutschen Bestenliste reicht. Letztmalig hat eine deutsche Läuferin im Jahr 2000 ein besseres Ergebnis über diese Strecke erbracht. Bei Nele bleibt noch die Prüfung offen, ob ihre Leistung Anerkennung als Weltrekord der gehörlosen Sportler finden kann. 

 

gez. Jörg Stutzke